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2017: Ein Jahr für die Geschichtsbücher

Von Christopher Kremer (Halterner Zeitung)

Das Jahr 2017 geht als das erfolgreichste Jahr der Fußballer in die Vereinsgeschichte des TuS Haltern ein. Aber der Klub ist noch nicht am Ende seiner Ziele.

Wir haben alles abgeräumt, was geht“, sagt Magnus Niemöller, Trainer der ersten Fußball-Seniorenmannschaft des TuS Haltern, die im Mai den Aufstieg – von der Westfalenliga in die Oberliga – unter Dach und Fach brachte. Ein kleines Triple sei es für ihn im Sommer gewesen, denn neben Meisterschaft und Aufstieg gewannen die Halterner auch das Kreispokalfinale (5:0 gegen den FC Marl). „Zusammenfassend kann man es nicht höher einschätzen“, ergänzt der Trainer.

Auch Christoph Metzelder, Vorsitzender des TuS, ist sehr zufrieden mit dem ausgelaufenen Kalenderjahr. „Es war ein besonderes Jahr“, sagt Metzelder, „und im Fußballbereich mit den erstmaligen Aufstiegen der Senioren in die Oberliga und der U19 in die Landesliga das erfolgreichste.“ Dementsprechend intensiv sei es gewesen.

Dazu zählen vor allem auch die finalen Wochen im Kampf um den Oberliga-Aufstieg: Am vorletzten Spieltag gab das Team von Niemöller in Rödinghausen eine sichere 2:0-Führung im zweiten Durchgang aus der Hand. Deniz Batman (11.) und Stefan Oerterer (25.) hatten die Halterner früh in Führung geschossen. „Und durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen waren wir sieben oder acht Minuten schon Meister“, erinnert sich der Trainer. Doch in der zweiten Hälfte ließ sich sein Team „die Butter vom Brot nehmen“ und spielte zu verkrampft. Torhüter Marcel Müller bewahrte sein Team kurz vor Schluss mit einer Parade vor dem 2:3. „Ich bin mir sicher, geht das Spiel fünf Minuten länger, verlieren wir“, sagt der Trainer, „in den Gesichtern der Spieler habe ich auf einmal Zweifel gesehen.“

Die Woche danach hätten er und sein Team nicht viel trainiert, sagt Niemöller, das sei eine Ausnahmesituation gewesen. Mit Haltern (60 Punkte), Vreden (59 Punkte) und Delbrück (58 Punkte) machten sich drei Teams vor dem letzten Spieltag noch berechtigte Hoffnungen auf die Meisterschaft.

Meisterschaft mit dem BVB

Am Freitag vor dem entscheidenden Spiel gegen Delbrück am letzten Spieltag nutzte Metzelder die Möglichkeit, mit der Mannschaft zu sprechen. „Das mache ich ungern, weil ich finde, dass man das in einer Saison gut dosieren muss. Ansonsten verpuffen solche Maßnahmen“, sagt der Vorsitzende. In der Kabine sprach er mit dem Team über den Meisterschaftskrimi mit Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga-Saison 2002 und teilte seine Erfahrungen aus der Vorbereitung vor dem letzten Saisonspiel gegen Werder Bremen. Damals lag er am entscheidenden letzten Spieltag mit dem BVB mit 0:1 gegen Bremen zurück –am Ende gewannen die Dortmunder mit 2:1.

Ein Rückstand blieb den Halternern aber am Ende erspart – auch wenn es gegen Delbrück rund 20 Minuten dauerte, bis das Team sich vor der großen Kulisse in der Stauseekampfbahn freispielen konnte. Durch zwei Treffer von Stefan Oerterer fuhr das Team die Meisterschaft ein. Für Niemöller der prägendste Moment des Jahres.

Mehr als ein halbes Jahr ist seitdem vergangen, Oerterer, Niemöller und Co. gehen als Dritter der Oberliga in die Winterpause. „Als Aufsteiger sind wir sehr demütig“, sagt der Trainer, „vor der Saison hätten wir den Tabellenplatz blind unterschrieben.“ Über drei Monate blieb das Team zwischenzeitlich ohne Niederlage – insgesamt kassierten die Halterner erst drei Pleiten – und fuhren gegen die Absteiger aus der Regionalliga in vier Spielen zehn Punkte ein. Das Torverhältnis in den Auswärtsspielen des TuS liegt bei 3:3. „Sehr kurios“, sagt Niemöller. Insgesamt gingen durch den Rückzug des SC Hassel und des TSV Marl-Hüls nur vier Partien auf fremden Plätzen in die Wertung ein. „Ich glaube schon, dass wir in der Liga angekommen sind“, sagt Niemöller, auch wenn die Tabelle derzeit ein sehr verzerrtes Bild abgäbe. Umso wichtiger sei deswegen die Winterpause. „Die Eindrücke aus diesem sehr emotionalen Jahr müssen die Jungs jetzt verarbeiten“, erklärt Niemöller, „vor 18 Monaten waren wir noch in der Landesliga.“ Am 6. Januar starten die Halterner in die Vorbereitung.

Doch zum Start in das Jahr 2018 geht der Blick auch ein stückweit voraus: Die ersten acht Teams der Oberliga bekommen bis Ende Januar die Lizenzunterlagen für einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga zugeschickt. „Bis Mitte März müssen die Vereine mit Aufstiegsambitionen ihre Hausaufgaben gemacht haben“, erklärt Metzelder. Langfristig, so das erklärte Ziel des TuS, soll es in die Regionalliga gehen. „Deswegen befassen wir uns ja auch intensiv mit dem Neubau der Stauseekampfbahn“, erklärt Metzelder. Trotzdem müsse man sich auch jetzt schon auf diesen möglichen Schritt vorbereiten.

Rat stimmt einstimmig zu

Eine wichtige Voraussetzung zum Schritt in die höhere Liga konnte der TuS Ende November erzielen: Der Rat der Stadt Haltern fasste einstimmig einen Grundsatzbeschluss für den geplanten Umbau der Stauseekampfbahn auf dem städtischen Grundstück. Eine große multifunktionale Sitzplatztribüne und zwei Stehtribünen sind vorerst geplant. Eine weitere dritte Stehplatztribüne ist als Ausbaureserve denkbar. Die Investitionssumme, die insbesondere durch private Investoren gestemmt werden muss, beläuft sich auf einen mittleren siebenstelligen Betrag. „Das Projekt war abhängig von der politischen Entscheidung“, sagt Metzelder, „selbstverständlich hat uns die Zustimmung sehr gefreut.“

Seit Januar 2017 befindet sich der TuS Haltern gemeinsam mit der Stadt in den Planungen. Läuft alles nach Zeitplan, beginnen die Arbeiten bereits nach der laufenden Saison.

Text/Grafik: Halterner Zeitung