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Fragerunde mit Merk und Metze

Der Berliner Fußball-Verband gibt kranken Kindern die Möglichkeit, ihren Lieblingssport zu betreiben. Beim Lehrgang in Haltern gab‘s prominenten Besuch.

Fußball ist für Momo, Niklas und 14 weitere Kinder aus Berlin das Größte. Doch sie leiden an der Blutgerinnungsstörung Hämophilie, was ihnen die Teilnahme am Wettbewerbssport eigentlich unmöglich macht. Einen Weg, am Fußball teilzunehmen gibt es aber doch – als Schiedsrichter. Und wie das klappen kann, haben sie in der letzten Woche in einem fünftätigen Lehrgang in Haltern am See erfahren. Das Highlight am Ende: der Besuch des mehrfachen „Weltschiedsrichters des Jahres“ und Schiedsrichterexperten Dr. Markus Merk. Eine Stunde lang hatten die Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren Zeit, ihm und dem ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder Fragen rund um den Fußballalltag eines Profis zu stellen.

Warum bist du Schiedsrichter geworden? Was war das schlimmste Foul? Wart ihr vor jedem Spiel nervös? Und hat Oliver Kahn wirklich Mundgeruch? Der Wissensdurst der Kinder kannte keine Grenzen. Von Berührungsängsten mit den Profis keine Spur, haben die Jungen doch alle das Ziel, einmal selbst so erfolgreich zu werden, wie Dr. Markus Merk und Christoph Metzelder es vorgemacht haben. Der einzige Unterschied: Sie werden niemals als Profi-Fußballer in einer Mannschaft spielen. Ihre Krankheit ist ein zu hohes Risiko, denn anders als bei einem gesunden Menschen, ist ihre Blutgerinnung verzögert, so dass auch eine kleine Verletzung schlimme Folgen haben kann.

Vorbehalte bei den Clubs

„Viele Vereine möchten deswegen nicht, dass unsere Jungs bei ihnen spielen. Darum haben wir beim Berliner Fußball-Verband eine eigene Mannschaft gegründet, in der sie Fußball spielen und am Vereinsleben teilhaben können,“ erklärt Fabian Habur, Trainer beim Berliner Fußball-Verband. Einmal im Monat trifft er sich mit den Kindern, damit sie unter Aufsicht von Ärzten, Krankenpflegern und Physiotherapeuten ein bisschen gegen den Ball kicken können. Und damit sie auch öfter am Fußball teilhaben können, sei die Idee des Schiedsrichter-Lehrgangs entstanden, so Fabian Habur. Unterstützt von der Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. in Stuttgart kamen die Jungen dann nach Haltern.

„Wir haben einfach geschaut, was liegt zwischen Berlin und Stuttgart. Und das war Haltern. Vom TuS hatten wir schon öfter was gehört und so kam die Idee, hier hin zu fahren,“ erzählt der Trainer. Ein Vorhaben, das auch die DFB-Stiftung Egidius Braun begeisterte und diese dazu veranlasste, Dr. Markus Merk mit ins Boot zu holen. Sein Tipp an die Jungen aus Berlin: „Als Schiedsrichter seid ihr nicht nur Teil der Fußballfamilie, sondern ihr habt die wichtigste Aufgabe auf dem Platz. Ohne euch, würde es keine Spiele geben. Und das Tollste – ihr könnt euren Job viel länger machen, als die Profispieler.“ Dass der Nachwuchs Feuer und Flamme für den Job ist, war spätestens nach dieser Aussage zu erkennen.

Quelle: Halterner Zeitung / Dr. Felicitas Bonk