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Spaß, Gesundheit und eine stabile Mitte

Die Frauengymnastikgruppe des TuS Haltern trifft sich jeden Mittwoch in der Sporthalle der Josef-Hennewig-Schule und setzt auf Spaß, Gesundheit und eine stabile Mitte.

Wenn Kursleiterin Martina Schweigmann ihre Übungsstunden beendet, bedanken sich die Teilnehmerinnen bei ihr jedes Mal mit Applaus − und das seit nunmehr 13 Jahren. Damals, 2004, übernahm die heute 52-Jährige die Leitung der Gymnastikgruppe von Martina Döbber.

Beim ATV und beim Landessportbund hatte die leidenschaftliche Sportlerin schon seit 1989 Kurse geleitet. Den 15 bis 20 Damen in der Gymnastikgruppe will sie mit dem Training helfen, ihre Alltagsaufgaben besser zu bewältigen und Freizeitaktivitäten verletzungsfrei zu bewältigen. Der Schwerpunkt des Programms liegt im Training der gesamten Rumpfkraft und soll so eine „stabile Mitte“ schaffen. Tiefenmuskulatur, Mobilität für Gelenke und Wirbel oder auch Sensomotorik sind dabei die Schlagwörter.

Mindestens ebenso wichtig ist aber auch die musikalische Begleitung des Trainings. Wenn zum Beispiel der Titel „Mein Herz schlägt schneller als deins“ von Andreas Bourani erklingt, dann können sich die sportlichen Damen in dieser Textzeile herrlich wiederfinden. Aber keiner muss sich Sorgen machen − Martina Schweigmann geht bei allen Übungen auf die individuelle Leistungsfähigkeit der Teilnehmerinnen ein und begleitet sie dabei mit fester Stimme: „Denkt an die Atmung, wir spüren jetzt wie die Muskeln arbeiten.“

Eine, die auf Schweigmanns „Kommando“ hört, ist Roswitha Wolthaus. Die Abteilungsleiterin Gymnastik beim TuS ist seit 1968 Vereinsmitglied und trotz ihrer 74 Jahre immer noch aktiv bei den Übungsstunden dabei. Sie kennt alle Teilnehmer persönlich und sagt: „Mir macht das Ehrenamt immer noch viel Spaß.“ Wolthaus war auch von Beginn an bei den jährlichen Wanderungen dabei und erinnert sich noch gerne an die Zeit vor etwa zehn Jahren, als die Gruppe mittwochs vor den tollen Tagen Karneval feierte statt zu turnen.

Gaby Faber ist mit 78 Jahren eine der ältesten in der Gruppe, und auch schon über 45 Jahre Vereinsmitglied. Das Alter sieht man ihr allerdings nicht an. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die 35 Sportabzeichen in Gold, die sie in allen Halterner Sportstätten abgelegt hat. Nach dem Sport im Freien ging sie immer noch zur Gymnastikgruppe beim TuS und hat diese auch viele Jahre geleitet. Für sie ist das regelmäßige Training die Basis für das körperliche Wohlbefinden und sie genießt die tolle Gemeinschaft. Besonders gern erinnert sie sich an die 700-Jahr- Feier in Haltern, bei der die Gruppe in mittelalterlichen Kostümen am Festumzug teilnahm, die sie selbst genäht hatten.

Ingrid Jarmuzek ist mit 71 Jahren ebenfalls noch topfit und seit 30 Jahren in der Gruppe. Früher ist sie gelaufen, hat 25-mal das Sportabzeichen erworben und macht heute noch zusätzlich Nordic Walking. Sie findet speziell die Musik bei den Übungen passend und freut sich nach jeder Trainingsstunde auf den gemeinsamen Stammtisch im Kolpingtreff. Rita Hullermann (51) kam als frühere Schwimmerin erst vor zwei Jahren zur Gymnastik. Sie unterstützt Roswitha Wolthaus in der Abteilungsleitung und freut sich immer über die Teilnahme der Gruppe am großen Sommerfest.

Die Schwestern Julia und Nina Boermann gehören mit 29 und 33 Jahren zu den jüngeren Mitgliedern. Beide kamen vor zehn Jahren durch ihre Mutter zu der Gruppe und sind danach einfach „hängen geblieben“. Sie machen auch noch Zumba und Aerobic, sind natürlich beim Maigang dabei und helfen auch gerne beim Sommerfest des Vereins. Sie sagen: „Das ist eine tolle Gruppe, die auch von der Alterszusammenstellung sehr gut zusammen passt.“ Monika Hijne erzählt lachend: „Ich kam der Liebe wegen vor zwölf Jahren von Hamburg nach Haltern.“

Die 58-jährige Zahnarzthelferin fand mit der Gruppe den idealen Übergang, hatte sie doch in Hamburg selbst eine ähnliche Gruppe geleitet. Sie treibt zusätzlich noch mehrmals die Woche Sport und sagt: „Die kleinen Wehwehchen werden einfach weggelacht.“

So verschieden die Kursteilnehmerinnen sind, so synchron führen sie die Vorgaben ihrer Übungsleiterin aus. Es mag anstrengend sein, doch für alle steht der Spaß an der Sache im Vordergrund und am Ende applaudieren sie Martina Schweigmann jedes Mal und freuen sich auf den nächsten Mittwoch.

Quelle: Halterner Zeitung / Horst Lehr