TuS I.

Oberliga: Sascha Kopschina im Interview

„Wir haben uns vom Kader nicht verschlechtert“, sagt Halterns Sportlicher Leiter, Sascha Kopschina, eine Woche vor dem Start der neuen Oberliga-Saison im Interview mit der Halterner Zeitung. Das Thema „Regionalliga-Aufstieg“ müsse der TuS in den kommenden drei bis vier Jahren angehen. Der 47-jährige spricht außerdem über den Bau der neuen Arena.

Ein paar Siege vergangene Saison mehr und die Vorbereitung wäre schon vorbei gewesen.

Antwort: Wir hatten natürlich bei der Weißenburg zwei Termine angemeldet. Wenn man in das Saisonfinale geht und auf einem gewissen Tabellenplatz steht und Chancen auf den Aufstieg in die Regionalliga hat, dann müssen wir zweigleisig planen. Spannend wäre es natürlich gewesen mit Blick auf die übliche Saisonabschlussfahrt. Da hätten die Jungs am Strand auf Mallorca schon die ein oder andere Sprinteinheit einlegen müssen (lacht.).

Wäre der TuS Haltern ohne das Gewitter in Rheine jetzt Regionalligist?

Antwort: (überlegt.) Ich denke schon, dass uns das Gewitter in Rheine in diesem spannenden Saisonfinale nicht in die Karten gespielt hat.

Denken Sie noch oft an das Spiel in Rheine zurück?

Antwort: Nein, das ist kein Thema mehr.

Ist der TuS Haltern aktuell in der Oberliga besser aufgehoben?

Antwort: Wir spielen jetzt unser erstes Oberligajahr. Das vergangene Jahr sehe ich als Aufstiegsjahr. Da haben wir die Oberliga erst kennengelernt. Ich glaube, dass wir uns jetzt erstmalig als Oberligist fühlen dürfen.

Mittel- bis langfristig soll es in die Regionalliga gehen. Können Sie diesen Zeitraum etwas eingrenzen?

Antwort: Ich sage ungern einen genauen Zeitraum. Ich muss aber fair sein: Wir müssen das Thema in den nächsten drei bis vier Jahren angehen. In der Konstellation, in der wir jetzt zusammenarbeiten, leben wir von den Erfolgen, nicht von den Versuchen. Da dürfen wir auch keine Müdigkeit aufkommen lassen.

In der Sommerpause hat sich einiges getan. Mit den Nachwuchsspielern sind es acht bis neun Neuzugänge. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Antwort: Ich hatte in der Sommerpause nicht viel zu tun. Wir haben mit den Planungen früh angefangen. Viele Gespräche haben wir schon im Oktober und November geführt. Ich habe nicht nur ein gutes Gefühl, sondern ich bin auch guten Mutes zu sagen: Wir haben das Team richtig geformt, nicht nur im Hinblick auf die Qualität, sondern auch im Hinblick auf den Charakter. Die Mannschaft hat sich relativ schnell gefunden.

War es eine stressige Kaderplanung für Sie?

Antwort: Die Kaderplanung war nicht stressig, sondern anders. Dadurch, dass wir auch einen kleinen Umbruch eingeläutet haben. Bei sieben bis acht Neuzugängen ist es schon eine Aufgabe, die Positionen richtig zu besetzen. Wir haben dabei auch die Erfahrungen aus der vergangenen Oberliga-Saison mitgenommen. In der Saison gab es Situationen, in denen man gesehen hat, dass wir mit einem breiteren Kader viele Sachen anders hätten lösen können.

Haben Sie bei der Zusammenstellung Schwerpunkte gesetzt?

Antwort: Mir ging es darum, in der Breite besser zu werden.

Jede Position ist doppelt besetzt. Sehen Sie darin auch ein Problem?

Antwort: Nein, ich sehe es weniger als Konkurrenzkampf. Wir haben die Spieler so zusammengestellt, dass sie die Erfahrung haben, dass wir über den langen Zeitraum jeden Spieler brauchen. Genau diese Situation ist gewünscht. Ich glaube, wir haben die Waage gefunden zwischen Spielern, die spielen und Spielern, die wir benötigen.

Frage: Ist der Kader stark genug, um wieder um den Aufstieg mitzuspielen?

Antwort: Der Kader ist mit Sicherheit stark genug, um die Saison zufriedenstellend zu Ende zu spielen. Aber andere Mannschaften sind auch gut aufgestellt. Wir haben uns vom Kader aber nicht verschlechtert.

Frage: Wie weit kann es gehen für den TuS?

Antwort: Ich glaube schon, dass wir uns in einer ähnlichen Situation wie im vergangenen Jahr befinden können. Wir wollen jedes Endspiel gewinnen. Auch die lokalen und regionalen Erfolge sind für den TuS Haltern wichtig. Unser Blick sollte nicht nur darauf gerichtet sein, in der Liga gut abzuschneiden.

Frage: Wen sehen Sie als Aufstiegskandidaten?

Antwort: Wir haben dieses Jahr sieben bis neun Mannschaften, die weit oben mitspielen können. Typische Kandidaten sind der FC Schalke 04 oder Hamm. Spannend wird es bei den jungen Mannschaften, wie Westfalia Herne, Gievenbeck oder dem ASC 09 Dortmund. Auch mit Blick auf die Konstanz. Holzwickede hat eine ganz junge Mannschaft. Ahlen und Siegen befinden sich im Umbruch, haben aber auch immer den Anspruch, ganz oben mitzuspielen.

Frage: Bei einem ähnlichen Erfolg stellt sich gegen Ostern die Frage nach einer Heimspielstätte. Werden Sie infrastrukturell in die Stauseekampfbahn investieren?

Antwort: Die jetzige Stauseekampfbahn wird laufend so gut es geht verbessert. Einen kurzfristigen infrastrukturellen Umbau wird es da aber nicht geben. Die Fanversorgung und Einlasssituation stehen noch im Mittelpunkt. Aber insgesamt ist alles auf die neue Arena ausgerichtet.

Frage: Der Baustart soll Anfang 2019 erfolgen. Wird die Arena auf jeden Fall gebaut?

Antwort: Auf jeden Fall, der TuS Haltern sieht 2019 auch weiter als ein realistisches Ziel.

Frage: Wie ist der Stand der Planungen?

Antwort: Die Planungen sind in vollem Gange. Wir arbeiten in alle Richtungen und das zum größten Teil ehrenamtlich. Nach 18 Monaten haben wir unheimlich viel gelernt, auch, dass sich erst während der Planungszeit viele neue und ganz wesentliche Fragen ergeben.

Frage: Wie viele Tribünen werden gebaut?

Antwort: Die Haupttribüne soll das Herz der neuen Stauseekampfbahn werden. Alles Weitere hängt von der Gesamtfinanzierung ab. Um das noch mal zusammenzufassen: Wir finanzieren privat eine öffentliche Sportstätte!

Frage: Reichen die Parkplätze?

Antwort: Die Parkplatzsituation muss bei einem solchen Vorhaben natürlich im Vorfeld mit einem entsprechenden Parkraum- und Verkehrskonzept abgestimmt werden. Wir sind im Hinblick auf alle wichtigen Punkte in einem engen Austausch mit Experten und Vertretern der Stadt.

Frage: Die neue Arena fasst dann auch deutlich mehr Zuschauer. Mit wie vielen Zuschauern rechnet der TuS?

Antwort: Die neue Arena soll multifunktional genutzt werden. Die am besten sieben Tage die Woche belebt ist. Wir sprechen an dem Standort weiterhin über maximal Regionalliga. Da können wir mit 1000 bis 2000 Zuschauern rechnen.

Frage: In der vergangenen Saison war der Zuspruch vor allem bei Auswärtsspielen manchmal dürftig….

Antwort: Bei Heimspielen war die Zuschaueranzahl mehr als zufriedenstellend. Haltern und das Vest Recklinghausen sind neugierig auf ambitionierten Amateurfußball! Wir wollen weiterhin die TuS-Fans, aber auch neutrale Fussballinteressierte aus der Stadt und der Region mit unseren Ideen, unserer Spielweise und den sportlichen Erfolgen begeistern. Vielleicht muss aber auch der ambitionierte Amateurfußball in Haltern erstmal ankommen.

Frage: Ist die Stadt Haltern bereit für einen Regionalligisten?

Antwort: (überlegt.) Ich glaube, für die Stadt Haltern als Breitensportstadt wäre es ein Abenteuer! Aber diese Stadt hat so viel Potenzial für weiteren Tagestourismus und Naherholungsangebote. Und auch für einen überregional agierenden Sportverein als Aushängeschild dieser Stadt. Die Regionalliga wäre ein Pilotprojekt.

Quelle: Halterner Zeitung

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