Fussball U19

U19: Team holt wichtigen Dreier

„Es war eine kuriose Szene“, sagt Ronald Schulz, Trainer der U19 des TuS Haltern. Mit 4:3 gewann sein Team bei der Hammer SpVg – der entscheidende Siegtreffer gelang Halterns Mert Altay nach einem Eckball mit dem Kopf in der allerletzten Sekunde. Doch weder die furiose Aufholjagd der Halterner noch der Viererpack von Altay, der erst zur Pause eingewechselt wurde, waren das Gesprächsthema Nummer eins nach dem Abpfiff. Vielmehr sorgte die 67. Minute für viele Diskussionen.

„So etwas erlebt man wahrscheinlich nur einmal im Leben“, sagt auch Hamms Trainer Svetislav Babic. Der TuS hatte gerade das 1:2 kassiert, da gab es einen Pressschlag zwischen zwei Spielern, wodurch der Hammer am Boden liegen blieb. Kurz darauf ging dann auch ein Halterner Spieler zu Boden. Doch anstatt das Spiel zu unterbrechen, ließ Schiedsrichter Kevin Langenströer die Partie weiterlaufen. Ali Cirak von der Hammer SpVg entschied sich dann, den Ball ins Aus zu schießen, um so eine Unterbrechung zu erzwingen.

„Eine tolle Aktion“

Doch zur Überraschung aller landete sein Schuss aus fast 50 Meter nicht im anvisierten Toraus, sondern senkte sich hinter TuS-Torwart Ubeyd Güzel zum 3:1 ins Tor. Nicht nur die beiden Teams waren erst mal ratlos, auch der Unparteiische wusste nicht ganz, was er machen sollte. „Was soll ich machen?“, habe er zu Ronald Schulz gesagt, berichtet dieser.

Da das Spiel noch nicht unterbrochen war, war Ciraks ungewolltes Tor regulär – aus Fairplay-Gründen aberkennen konnte der Schiedsrichter es nicht. Auch wenn er wahrscheinlich selbst wusste, dass der Treffer gar nicht gewollt war. Hamms Trainer Svetislav Babic gab seiner Mannschaft im Anschluss an das 3:1 die Anweisung, Haltern nach dem Anstoß nicht am Anschlusstreffer zu hindern. Und so konnte Mert Altay ungehindert durchlaufen und den alten Abstand wiederherstellen.

„Eine absolut tolle Aktion“, sagt Ronald Schulz. „Das war eine ganz große Geste, Hut ab.“ Für seinen Trainerkollegen war seine Entscheidung eine Selbstverständlichkeit. „Das Fairplay darf nicht verloren gehen“, erklärt er. Doch für seine bemerkenswerte Entscheidung bekam er auch Kritik von einigen Seiten. „Ich musste schon einiges einstecken“, erzählt er. Allerdings nicht vom Verein, betont Babic. Vielmehr hätten einige Fans ihr Unverständnis ausgedrückt. „Dafür habe ich kein Verständnis“, stellt der Hammer Coach klar. „Es war richtig, wie ich das entschieden habe.“

Kritik äußert Babic allerdings auch, nämlich am Schiedsrichter. „Es war schwach, vom Schiedsrichter nicht einzugreifen“, sagt er. Den Spielern auf dem Feld, die erst weiterspielten, macht er dabei aber keinen Vorwurf. „Die Jungs kriegen das gar nicht richtig mit“, erklärt er. Daher müsse der Unparteiische in einer solchen Situation auch eingreifen.

TuS jubelt spät

Nach den kuriosen Spielminuten schaffte es der TuS Haltern sogar noch, kurz vor Schluss auszugleichen und dann den Siegtreffer zu erzielen. „Der Jubel war groß“, erzählt Halterns Trainer. „Das war schon Emotion pur.“ Mit dem Sieg bleibt der TuS im Abstiegskampf weiterhin einen Punkt vor der TSG Sprockhövel, die auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Bei noch zwei ausstehenden Spielen könnte die Mannschaft von Ronald Schulz mit einem Sieg am Wochenende gegen Sprockhövel den Klassenerhalt klar machen.

Dank des direkten Duells der beiden kann die Hammer SpVg, die fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat, nicht mehr absteigen. Dennoch war nach der Niederlage die „Enttäuschung natürlich groß“, gesteht Svetislav Babic, da seine Mannschaft sich nicht für ihren Aufwand belohnen konnte.

Quelle: Halterner Zeitung

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